Auf alle Fälle!

Ein Grund für unsere Reise war, dass Marek die Niagarafälle sehen und seinen Kindern zeigen wollte (ein anderer, dass ich schon immer mal nach Chicago wollte, und ein weiterer, dass wir beide noch nie in New York waren – aber das kommt ja noch).

Nun war der Tag also gekommen, schönster Sonnenschein, und schon von weitem sah Merle: „Oh, da hinten qualmt´s!“ Selbst wir haben das noch ein Weilchen angenommen bis klar wurde: das ist der in einer riesigen Wolke aufsteigende Gischt-Nebel, den die sogenannten Hufeisen-Fälle auf kanadischer Seite produzieren. Allein der breite Niagara-River, der die Fälle speist, ist imposant und dann die Kante, die herabstürzenden Wassermassen, die Gischt, das Brausen, das blaugrüne Wasser, weiß-schaumige Strudel im Kessel. Ganz Profi-Touri machten wir erste Fotos, Selfies und Videos, staunten und quietschten, weil der herabfallende Wassernebel eine angenehme Gänsehaut verursachte.

Nicht nur wir waren professionell, auch das ganze touristische Drumherum lief reibungslos: Tickets für „Behind the Falls“ waren schnell erstanden, dann der Fußmarsch zur Anlegestelle der Schiffe, die einen bis in den Hexenwasserkessel und nahe an die sprühenden Wassermassen fährt. Geschützt mit pinken Plastikcapes (zu unserer Belustigung „Mist-Ponchos“ genannt) ließen wir uns auf der Bootstour von dem Naturschauspiel beeindrucken. Und immer die Frage: Fotos machen oder die Technik vor dem Sprühnebel schützen? Mein Versuch, durch die rosa Pelle hindurch zu fotografieren, ergab zwar künstlerisch wertvolle, jedoch inhaltlich eher schwache Bilder ?.

Um unseren Timeslot für die Besichtigung hinter den Fällen zu erwischen, mussten wir im Stechschritt zurück zum Visitor-Center marschieren und uns noch eine Pizza mit Pommes (oh Gott, diese ungesunde Ernährung muss direkt nach dem Urlaub ein Ende haben!!!) reinziehen.

Von der Plattform knapp unter den Fällen ergab sich ein toller Blick auf das donnernde Schauspiel (diesmal übrigens in gelbe Säcke gekleidet – keine Sorge, wir wurden nicht recycelt ?), die Gänge, die in den Fels hinter dem herabstürzenden Wasser gehauen wurden, dröhnten vor allem, waren lang und feucht und gaben zweimal Blicke auf, naja, äh, rauschendes Wasser frei. Also eine Wasserwand, so in etwa, als würde man im Auto in der Waschanlage sitzen bleiben. Eigentlich sieht man eben Nix.

Trotzdem war es ein wunderbares Erlebnis, wir hatten viel Spaß in diversen Plastikumhängen, haben noch den Souvenirshop durchstreift und konnten ein faszinierendes Naturschauspiel bewundern. Im Anschluss begehrten wir wieder Einlass in die USA und verbrachten die Nacht wieder auf amerikanischem Boden mit Sonnenuntergang über dem Lake Erie.

Ein Gedanke zu „Auf alle Fälle!“

  1. Liebe Juliane,
    da unser erster Kommentar leider den Bach herunter ging und im Nirwana verschwand starten wir hier einen zweiten Versuch.
    Vielen Dank für die Reiseberichte in diesem lockeren Stil. Auf die Gefahr hin, mich zu wiederholen: Musstest du dich eigentlich zwischen Innenarchitektin und Reporterin entscheiden?
    Wir sind schon sehr auf eure Erlebnisse in New York und auf der Fahrt dahin gespannt.
    LG Roswitha und Wolfgang

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