Letzter Akt

Nach Quito zurückzukommen bedeutete für mich, angenehmerweise endlich mal wieder zu wissen, wo es langgeht (nicht WIEDER eine neue Stadt, WIEDER neu orientieren). Vom Flughafen fuhren wir mit dem Zuckelbus durch die Nacht bis in die Stadt, das letzte Stück brachte uns ein Taxi. Da wir die Kosten nun teilen konnten, musste ich mich beim Preis verhandeln nicht mehr ganz so bemühen. 😉 Marynes erwartete uns und wir durften ihre beiden Gästezimmer nutzen.

Am ersten Tag „erledigten“ wir das Stadtbesichtigungsprogramm: Bummel durch die historische Altstadt, Kaffee auf der Plaza Grande, Kirchenbesichtigung, Mittagessen in der Markthalle, Aussicht von den Türmen der Basilica, Spaziergang durch den Park, Souvenir-Shopping im Mariscal-Viertel. Beim abschießenden Besuch meines „Stammcafés“ (dort saß ich am Anfang immer mit meinem Laptop) entschieden wir, den Sonntag noch für einen Ausflug ins Umland zu nutzen.

Eines der wenigen Ziele, die ich noch nicht besucht hatte, war der kleine Ort Mindo, etwas weiter weg als meine Nebelwald-Unterkunft und auch schon etwas tiefer Richtung Küste gelegen. Wir nahmen den Bus, der uns in ca. 2,5 Stunden dorthin brachte. Die Gegend ist bekannt für den Vogelreichtum, eine Schmetterlingsfarm, aber auch für abenteuerliche Aktivitäten.
Also buchten wir uns beim Ziplining ein. 🙂 Über zehn gespannte Stahlseile rauschten wir fröhlich durch den dschungelartigen Wald und tiefe Schluchten. Das Vergnügen war viel zu schnell vorbei! So blieb uns noch Zeit, zu einer kleinen Gondel-Bahn zu wandern, die uns wiederum über ein Tal transportierte. Auf der anderen Seite führten mehrere Wege zu Wasserfällen. Wir entschieden uns für den kürzesten, das Naturwunder Wasserfall war aber eher ernüchternd. Egal, wir hatten Bewegung, kletterten den Hang wieder hinauf und fuhren mit der Seilbahn zurück. Zusätzlichen Spaß brachte die Taxifahrt, bei der wir auf der Ladefläche des Pickups surften.
Am frühen Abend waren wir wieder zurück. Leider enttäuschte uns Quito noch einmal mit seinem kulinarischen Angebot und selbst am zentralen Touri-Gringo-Platz wurden wir um 22.00 Uhr zum Aufbruch gedrängt. Schade!

Da unser Flug erst am späten Nachmittag gehen sollte, konnten wir am Montagvormittag noch mit dem Teleférico (ich berichtete bereits) Richtung Hausvulkan von Quito hinauffahren. Trotz Sonnenschein über der Stadt herrschte oben jedoch zum Teil dichte Bewölkung. Kurz konnten wir jedoch drei bis vier der schneebedeckten Vulkangipfel der Andenkette erspähen. Ein schöner Schlusspunkt für mich.
Wieder unten ließen wir uns auf der Suche nach einem Blumenladen vom Taxi an einem Markt absetzen, den ich auch noch nicht kannte. Die Straßen drumherum waren ein belebtes Viertel, wir stöberten sogar noch ein wenig in den Läden. Dann ging es aber im Stechschritt und mit dem Blumenstrauß für Marynes in der Hand zurück zu unseren noch nicht gepackten Koffern. Vor allem in meinem Zimmer sah es nach einer Explosion aus. 😉 Irgendwie konnte ich aber alles in Koffer und Rucksack stopfen, das Auspacken wird wie Weihnachten sein. Mit Doppelsack und Doppelpack ließen wir uns im Taxi bis zum Flughafen bringen.

Meine Eindrücke sind noch unsortiert, für eine Rückschau werde ich alles erstmal ein wenig sacken lassen müssen. Also sag ich für den Moment nur: Auf Wiedersehen, chau, adiós und hasta luego, liebes Ecuador und Südamerika!

2 Gedanken zu „Letzter Akt“

  1. Hallo Juliane,
    danke für Deine mitreißenden Berichte, ich werd sie wirklich vermissen!!! (Solltest Du beibehalten!)
    Nun hab ich ja Quito wenigstens mal auf dem Bildschirm gesehen…
    Ich hoffe Deine Eingewöhnungsphase in unserem stressigen Europa wird nicht zu langwierig, wünsch Dir alles Gute,
    bis bald, Gruß Sylvio

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