Jipiiieh, ich bin mit dem Fahrrad durch die Stadt gefahren! Zack, eins gemietet und los ging´s im Sonnenschein. Die sperren doch tatsächlich jeden Sonntag ganze Straßenzüge für den Autoverkehr, so dass man von einem Ende der Stadt bis zum anderen radeln kann (und das ist mit Steigungen verbunden). Allerdings gibt es auch grundsätzlich eine Menge Radwege.
Jetzt sitze ich bei Regen im Café mit WiFi und akquiriere den Ami neben mir, der in Berlin ein Haus kaufen will (rein beruflich ;-).
Ich will mal feststellen, was in Quito alles geht (z.T. im Gegensatz zu Berlin):
– regelmäßig Straßen für Autos sperren und den Radfahrern überlassen
– einen neuen Flughafen außerhalb der Stadt bauen und in Betrieb nehmen
– eine U-Bahn bauen (soll wohl 2018 fertig sein – das werde ich verfolgen)
– Polizisten auf Segways patroullieren lassen
Was bei uns so nicht durchgehen würde:
– die Abgaswolke eines einzigen Busses hier würde in Berlin zur Sperrung der gesamten Innenstadt für den motorisierten Verkehr führen (Feinstaub & Co)
– vor den Augen eines Polizisten bei Rot über die Straße gehen
Ich merke, ich bin sehr verkehrspolitisch orientiert… Also lieber noch ein anderes Thema.
Das Personengeflecht meiner Wohnsituation hat sich geklärt: es gibt tatsächlich Personal, der Mann heißt Fabian und wohnt um die Ecke, hat aber ein sehr herzliches Verhältnis zu Mary Ines (ich weiß noch immer nicht, was davon Vor- und Nachname ist…). Außerdem ist ihre Nichte offenbar öfter zu Besuch, sie hat heute mit mir gefrühstückt – und siehe da, sie spricht Englisch! Jaja, das soll mich natürlich nicht vom Spanisch-Sprechen abhalten, hat aber ein interessantes Gespräch ergeben. Unter anderem will sie mir mal bei lokalen Brauereien die Biere verkosten. Da bin ich dabei!
Gestern Abend hab ich mir das Amüsierviertel hier um die Ecke angetan. Bin zu Fuß die paar Häuserblocks hingelaufen, da Mary Ines sagte, das sei ungefährlich, aber mulmig war mir doch (nächstes Mal lieber im Taxi). Auf dem Hauptplatz war es furchtbar laut und voll, hab mich in die dritte Reihe einer Kneipe gesetzt und bei einem Bier das Treiben beobachtet. Entgegen der Ankündigungen des Reiseführers wurde ich nicht belästigt (spricht das jetzt für oder gegen mich?!). Aber das ist definitiv nicht mein Ding!
Zum Schluss noch mein Erlebnis von Freitagabend: statt zu Hause zu essen, nahm mich Mary Ines mit, die mit einer befreundeten Familie (deren pubertierender Sohn wohl ihr Patenkind ist) verabredet war. Eine wilde Autofahrt durchs nächtliche Quito führte uns zu einer Hähnchenrösterei sondergleichen: ein riesiger Straßengrill, eine lange Schlange von Hungrigen und drinnen die reinste Spelunke (wie Papa sagen würde ;-). Ich wurde nicht weiter vorgestellt, so blieb mir Konversation erspart – zum Glück oder leider, wie man will. So konnte ich mich aufs Beobachten beschränken (leider hab ich keine Fotos gemacht) und dachte nur, wenn mein Magen das unbeschadet übersteht, bin ich schon gut gegen verdauungsfeindliche Angriffe gefeit! Abgefahren das Ganze.
Achja, und einen Taschendiebstahlversuch im vollen Bus hab ich gestern auch schon abwehren müssen! Ich fand´s schon merkwürdig, wie mir das Mädel immer mehr auf die Pelle rückte und irgendwann fuhr sie das Händchen aus, um in meiner Handtasche zu nesteln – NÜSCHT, nicht mit mir! (Geld und Kamera hatte ich sowieso in den schlechter zugänglichen Hosentaschen.)
Ab morgen geht´s los mit dem Sprachkurs, das ist dringend geboten – ich freu mich drauf! Und keine Sorge, meine Berichte werden sicher bald spärlicher 🙂