Rechtzeitig ab in den Urlaub

Die Reise hat noch gar nicht angefangen, schon gibt´s die erste Überraschung: nicht am Montag fliegen wir, nein schon am Sonntag!!! Falsches Datum notiert, aaaaah – aber noch rechtzeitig gemerkt!

Worum geht es eigentlich: Marek (meine Liebe), Merle, Laurin, Finnian und Leona (seine Kinder) und ich fliegen in die USA, trotz Trump. Unsere Reise startet in Chicago, dann fahren wir mit einem Wohnmobil an den großen Seen entlang (inklusive Niagarafälle) bis nach New York.  Nach guten drei Wochen fliegen wir von dort aus zurück.

Soweit der Plan – über die folgende Wirklichkeit gibt es hier demnächst mehr zu lesen. Falls nicht, lässt die Realität nicht genug Zeit dafür 😉 Let´s wait and see…

Letzter Akt

Nach Quito zurückzukommen bedeutete für mich, angenehmerweise endlich mal wieder zu wissen, wo es langgeht (nicht WIEDER eine neue Stadt, WIEDER neu orientieren). Vom Flughafen fuhren wir mit dem Zuckelbus durch die Nacht bis in die Stadt, das letzte Stück brachte uns ein Taxi. Da wir die Kosten nun teilen konnten, musste ich mich beim Preis verhandeln nicht mehr ganz so bemühen. 😉 Marynes erwartete uns und wir durften ihre beiden Gästezimmer nutzen.

Am ersten Tag „erledigten“ wir das Stadtbesichtigungsprogramm: Bummel durch die historische Altstadt, Kaffee auf der Plaza Grande, Kirchenbesichtigung, Mittagessen in der Markthalle, Aussicht von den Türmen der Basilica, Spaziergang durch den Park, Souvenir-Shopping im Mariscal-Viertel. Beim abschießenden Besuch meines „Stammcafés“ (dort saß ich am Anfang immer mit meinem Laptop) entschieden wir, den Sonntag noch für einen Ausflug ins Umland zu nutzen.

Eines der wenigen Ziele, die ich noch nicht besucht hatte, war der kleine Ort Mindo, etwas weiter weg als meine Nebelwald-Unterkunft und auch schon etwas tiefer Richtung Küste gelegen. Wir nahmen den Bus, der uns in ca. 2,5 Stunden dorthin brachte. Die Gegend ist bekannt für den Vogelreichtum, eine Schmetterlingsfarm, aber auch für abenteuerliche Aktivitäten.
Also buchten wir uns beim Ziplining ein. 🙂 Über zehn gespannte Stahlseile rauschten wir fröhlich durch den dschungelartigen Wald und tiefe Schluchten. Das Vergnügen war viel zu schnell vorbei! So blieb uns noch Zeit, zu einer kleinen Gondel-Bahn zu wandern, die uns wiederum über ein Tal transportierte. Auf der anderen Seite führten mehrere Wege zu Wasserfällen. Wir entschieden uns für den kürzesten, das Naturwunder Wasserfall war aber eher ernüchternd. Egal, wir hatten Bewegung, kletterten den Hang wieder hinauf und fuhren mit der Seilbahn zurück. Zusätzlichen Spaß brachte die Taxifahrt, bei der wir auf der Ladefläche des Pickups surften.
Am frühen Abend waren wir wieder zurück. Leider enttäuschte uns Quito noch einmal mit seinem kulinarischen Angebot und selbst am zentralen Touri-Gringo-Platz wurden wir um 22.00 Uhr zum Aufbruch gedrängt. Schade!

Da unser Flug erst am späten Nachmittag gehen sollte, konnten wir am Montagvormittag noch mit dem Teleférico (ich berichtete bereits) Richtung Hausvulkan von Quito hinauffahren. Trotz Sonnenschein über der Stadt herrschte oben jedoch zum Teil dichte Bewölkung. Kurz konnten wir jedoch drei bis vier der schneebedeckten Vulkangipfel der Andenkette erspähen. Ein schöner Schlusspunkt für mich.
Wieder unten ließen wir uns auf der Suche nach einem Blumenladen vom Taxi an einem Markt absetzen, den ich auch noch nicht kannte. Die Straßen drumherum waren ein belebtes Viertel, wir stöberten sogar noch ein wenig in den Läden. Dann ging es aber im Stechschritt und mit dem Blumenstrauß für Marynes in der Hand zurück zu unseren noch nicht gepackten Koffern. Vor allem in meinem Zimmer sah es nach einer Explosion aus. 😉 Irgendwie konnte ich aber alles in Koffer und Rucksack stopfen, das Auspacken wird wie Weihnachten sein. Mit Doppelsack und Doppelpack ließen wir uns im Taxi bis zum Flughafen bringen.

Meine Eindrücke sind noch unsortiert, für eine Rückschau werde ich alles erstmal ein wenig sacken lassen müssen. Also sag ich für den Moment nur: Auf Wiedersehen, chau, adiós und hasta luego, liebes Ecuador und Südamerika!

Santiago de Chile und Valparaiso

Nach der Hippi-Oase San Pedro de Atacama kennen wir jetzt auch Chiles Hauptstadt Santiago de Chile. Den Wechsel zwischen Ecuador, Peru und Bolivien würde ich eher als gleitenden Übergang bezeichnen, Chile hingegen präsentiert sich globaler, europäischer und dennoch mit mangelnder Identität. Vielleicht müsste man noch weiter südlich reisen, wo es angeblich sooo schön sein soll…

Den ersten Abend durchwanderten wir das Zentrum ohne große Besichtigungsambitionen und landeten nach einigen weniger attraktiven Straßen in einem sehr netten Viertel, nur ein paar Blocks lang. Schöne Kneipen und Restaurants, Leben auf der Straße, kleine Läden und Straßenverkäufer. Hier haben wir uns den ersten Alkohol der Reise gegönnt, natürlich Chilenischen Rotwein!

Einen ganzen Tag lang erkundeten wir dann zu Fuß weitere Stadtviertel, liefen entlang des Flusses (reißend aber nicht schön), schlenderten durch den Park. Das Wetter war zum ersten Mal auf meiner Reise nicht strahlend schön, es fielen sogar einige einsame Regentröpfchen. Die Standseilbahn brachte uns für unglaublich günstige 3,- Euro auf den Aussichtsberg mit Marienstatue (und zurück).
Wir konnten uns für die Stadt einfach nicht begeistern, alles wirkt etwas trostlos und unentschieden… Also endete der Abend wieder im gleichen Kneipenviertel. Wir machten eine Mini-Weinprobe und kamen mit Mexikanern ins Gespräch. Immerhin bestätigten sie uns, dass selbst sie Probleme haben, das chilenische Spanisch zu verstehen. Jaaa, das geht mir auch so! Die nuscheln sich hier eins zurecht, schlimm!

Für unseren letzten Tag im Lande entschieden wir uns zu einem Ausflug an die Küste in den Ort Valparaiso. Alternativ hatten wir an eine Tour in die Weinberge gedacht – vielleicht wäre das die bessere Variante geworden?! So aber fuhren wir mit der U-Bahn zum Busbahnhof. Die Fahrt nach Valparaiso dauert 1,5 Stunden. Bevor wir ein Ticket kaufen konnten, überfiel uns eine eifrige (und leicht verzweifelt wirkende) Mitarbeitern eines Tour-Anbieters und versuchte, uns für eine fünfstündige Rundfahrt zu begeistern. Wir waren noch sehr unentschieden (Nachteil: mitgehangen, mitgefangen; Vorteil: die Stadt liegt an und auf vielen steilen Hügeln, da lässt man sich gern hochkutschieren), da ging sie mit dem Preis (inkl. Busfahrt für hin und zurück) nochmal runter und wir ließen uns überreden.

Und als wir in den wartenden Tourbus vor Ort einstiegen, trafen wir Wolfgang und Marianne wieder, unsere Wüstenbekanntschaft. Was für ein Hallo! Zumindest hatten wir vier unseren Spaß, die Rundfahrt hätte man sich auch sparen können, bzw. der Informationsgehalt war verschwindend gering.
Allerdings entpuppte sich das in meiner Erwartung kuschelige Küstenstädtchen auch als Hafenstadt mit zum Teil sehr heruntergekommenen Gebäuden (die mal sehr schön gewesen sind). Besonderheit sind die oft kunstvoll bemalten und besprühten Wände der Häuser und Mauern. Ansonsten hatten wir einen guten Blick auf den Container-Hafen und die steilen Straßen. Nach der Mittagspause ging es mit einem der alten Aufzüge hinunter und dann mit dem Bus in das benachbarte Viño del Mar, das 1930 als Sommerfrische für die Stadtbewohner gegründet worden war.

Hier hatten wir immerhin die Gelegenheit, unsere Füße für ca. 30 Sekunden in den Pazifischen Ozean zu stecken (bzw. vor der starken Brandung davonzulaufen 😉 ). Ansonsten standen wir recht ratlos vor der angeblich wichtigsten Sehenswürdigkeit des Ortes, der Blumenuhr. Unsere Ratlosigkeit brach sich irgendwann in hysterischem Gekicher Bahn, wobei wir immer nur „Más importante!“ wiederholen konnten.

Schlussendlich können wir sagen: „Hamwa jesehn!“ Zum Ausklang und zur inneren Beruhigung kehrten wir ein letztes Mal in unserem Lieblingsviertel ein, tranken noch einen letzten Pisco Sour (der wird in Ecuador nicht serviert) und schliefen dem nächsten Tag entgegen.
Für mich wird es ein Wiedersehen mit Quito geben, Inga kann dann von meiner Ortskenntnis profitieren. Meine Gastgeberin hat zugesagt, dass wir an diesem Wochenende noch einmal bei ihr wohnen dürfen, bevor wir am Montag in den Flieger Richtung Europa steigen werden.

Wüste(n) Vielfalt

Unsere Wüstentour-Gruppe bestand aus sechs Passagieren: einem weiteren deutschen und einem jungen französischen Pärchen. Mit Marianne und Wolfgang hatten wir viel Spaß, mit den beiden Franzosen lief die Unterhaltung nur über unser aller unvollständiges Spanisch und war daher eher verhalten. Zusammen mit unserem spanischsprachigen Führer und Fahrer Carlos, den großen Rucksäcken auf dem Dach und uns mit Handgepäck in den großen Jeep gequetscht ging es zuerst zum Friedhof der Züge. Hier rotten die nicht mehr benötigten Loks aus den großen Zeiten des Abbaus von Bodenschätzen vor sich hin. Eigentlich Umweltverschmutzung – aber hier schön als surreale Attraktion an die Touristen verkauft. In jedem Fall kam erstes Wüstenfeeling auf.

Dan führte unser Weg direkt in die Salzwüste Uyuni. Die ehemals von Meerwasser bedeckten Flächen, die inzwischen mit dem Anden-Gebirge in die Höhe gedrückt wurden, bilden in der Trockenzeit (und es ist gerade viel zu trocken in Bolivien, inklusive Wassernotstand in den Städten) eine einzige Salzfläche, die meist in charakteristischen Hexagonen aufbricht. Durch Sandstürme wird die blendend weiße Ebene gelegentlich beige eingefärbt (unser Vorschlag: einfach mal wieder mit dem Kärcher rangehen, haha). In einem kleinen Dorf läuft die Salzverarbeitung auf sehr simplem Niveau. Leider gibt es außerhalb von Bolivien keinen Absatzmarkt, so dass die Menschen davon leben müssen, das Salz sehr günstig an Touristen und im Inland zu verkaufen.

Unser Mittagessen gab es in einem ausschließlich aus Salzblöcken errichteten Gebäude, auch der Boden war von Salz bedeckt (wirkte wie Sand) und die Möbel bestanden ebenfalls aus festem Salz (was wiederum aussah wie Eis – insgesamt eine verwirrende Mischung). Entgegen unseren Erwartungen war es recht warm, die Sonne brannte. Anschließend brachte uns Carlos endlich in den Teil der Salzwüste, wo bis auf den Horizont und ferne Berge jede Größenrelation verschwindet und man daher lustige Fotos machen kann. Ihr werdet sehen – allerdings mussten wir feststellen, dass es gar nicht so einfach ist, die perfekte Illusion fotografisch hinzubekommen…

Straßen gibt es hier natürlich nicht, nur die Fahrspuren zeichneten sich in der ewig weiten Ebene ab. Und plötzlich erhebt sich eine Insel aus dem Salzmeer. Hier wachsen riesige Kakteen, sogar kleine Vögel beleben das Bild. Wir durften gegen Eintritt ein bisschen herumwandern und vor allem das Klo benutzen (zugegeben ein ewig wichtiges Thema das ggf. auch mal hinter dem Auto erledigt werden musste, wenn das letzte und nächste Baño einfach zu weit weg waren).

Beim letzten Stopp des Tages sahen wir, wie die Salzblöcke (z.B. zum Bau der Gebäude) aus der Fläche geschnitten werden. Nicht nur wir formten die unregelmäßigen „Steine“ zu Wörtern und kleinen Skulpturen. Die Nacht verbrachten wir in einer einfachen Herberge, immerhin noch im Doppelzimmer, aber mit Gemeinschaftsbad. Auch hier war viel aus Salz gebaut. Leider gab es keine Lüftungsmöglichkeit und unser Raum war stickig und warm, die Nacht entsprechend nicht so gut. Verrückt vor allem, weil immer und überall davor gewarnt wurde, dass es dort furchtbar kalt sein würde.

Am zweiten Tag führte unser Weg durch ewig weite Wüsten, mal mit Grasbüscheln mal mit Felsbrocken durchsetzt. Wir hielten ab und zu spontan an, um Fotos zu machen – aber diese Weite lässt sich kaum in Bildern einfangen. Besondere Haltepunkte bildeten z.B. Lavafelsformationen, wild durchlöchert und mit abenteuerlichen Überhängen. Auch vom Wind zu Skulpturen verformte Steine werden zu Sensationen wie dem „versteinerten Baum“ deklariert. An einer Stelle leben lustige Hasen-Chinchillas, sonst sahen wir Lamas und Vicuñas und einmal sogar einen Fuchs, der ganz neugierig ums Auto schlich. Besonders beeindruckend waren die Lagunen, in denen vor allem Flamingos leben. Durch Algen oder andere chemische Reaktionen teilweise rot, grün und leuchtend blau verfärbt bilden sie abstrakte Flächen in der ohnehin surrealen Umgebung.

Mittagessen wurde auf der Heckklappe serviert und am Abend erreichten wir die sehr schlichte Unterkunft im Nirgendwo. Diesmal wurde es wirklich kälter, die Nacht brachte Minustemperaturen. Eigentlich waren genug Decken vorhanden, aber meine kalten Füße wollten nicht warm werden. Außerdem machte mir die Höhe (4.200m) zu schaffen, so dass ich immer wieder mit Schnappatmung aus dem ohnehin leichten Schlaf hochschreckte. Es war bei weitem die unangenehmste Nacht meines ganzen Urlaubs! Eigentlich ganz gut, dass sie bereits um 4.15 Uhr beendet war, denn der Aufbruch war für 5.00 Uhr morgens geplant.

Nun war es erstmal überall kalt und sehr windig. Die Geysire beeindruckten durch wilde Dampfwolken, blubbernde Schlammlöcher und farbige Gesteinsschichten. Und natürlich hopsten immer auch andere Touristen herum, die munter Selfies und Naturbilder schossen. Merke, auch in der Wüste bist du nicht allein. 🙂 Zum Abschluss gab´s nochmal eine tolle Lagune vor Vulkankulisse (die Reihe der 6.000er Vulkane begleitete uns jederzeit). Dann erreichten wir die Grenze zu Chile.

Ausreise, Weitertransport, Einreise und Ablieferung im Hostel, alles lief problemlos. Da wir schon so früh aufbrechen mussten, waren wir trotz erneuter Zeitverschiebung (um eine Stunde) bereits mittags in San Pedro de Atacama und hatten den Tag noch zur Verfügung. Der kleine Ort ist eine Oasensiedlung, die Wüstenlandschaft drumherum kam uns schon bekannt vor. Die Sonne brannte und wir erkundeten das „Zentrum“.
Uaaarrrrgh, es kam uns vor wie Disneyland für Hippie-Tours. So viele Pseudo-Aussteiger-Typen und Dreadlock-Schlabberhosen-Verschnitte habe ich noch nie gesehen! Wirklich cool war nur, wer sich mit seinem Sandboard quer über dem Rücken oder einem möglichst verdreckten Mountainbike durch die sandigen Straßen drängelte. Inga und ich versuchten, uns mit Souvenir-Shopping und Kaffee-Trinken abzulenken. Außerdem hatten wir trotz Reisebuchung durch eine Agentur organisatorische Schwierigkeiten, die sich den Tag über hinzogen.

Nächster Tag: Schon wieder früh raus! Zwischen 6.00 und 6.30 Uhr sollten wir abgeholt werden, wir standen eine Dreiviertelstunde in der morgendlichen Kühle auf der Straße, bis unser Bus kam. Fazit des Ausflugs zu weiteren Lagunen und der chilenischen Salzwüstenvariante: das hätten wir uns sparen können. Außerdem war der GANZtagesausflug bereits um 14.00 Uhr wieder beendet. Schade, den Tag hätten wir bei sofortiger Weiterreise vielleicht in Santiago de Chile und Umgebung besser verbracht…
So machten wir eine ausgiebige Mittagspause (Schlaf nachholen, Magen beruhigen, Erkältungen auskurieren) und enterten am späten Nachmittag noch einmal das Backpacker-/Aussteigerparadies. Nach Durchsicht ALLER Souvenirshops und einem frühen Abendessen waren wir fertig mit dem Ort und begaben uns zu Bett.

Nun sind wir gespannt auf die Hauptstadt Chiles, ein Flug wird uns dorthin bringen. Und ich hoffe, dass sich dieses Land noch von einer anderen Seite präsentieren wird! Vamos a ver…

 

Immer anders…

Auf dem Weg von Sucre nach Uyuni erlebten wir wieder ein schönes Beispiel des südamerikanischen Laissez-Faire: Ich hatte die Busfahrten (wir wollten einen vierstündigen Stopp in der kleinen Stadt Potosí einlegen) im Internet gebucht und auch brav die Bestätigungen ausgedruckt. Eine gute halbe Stunde vor der Abfahrt setzte uns das Taxi am Busbahnhof ab und wir wankten mit den großen Rucksäcken zum Schalter der Busgesellschaft. Aber der Bus um 8.30 Uhr fuhr nicht. Ohne große Erklärung (auch das deutsch-motivierte: „ABER WARUM denn nicht? Wir haben doch extra reserviert!“ brachte keine Antwort). Aber wir könnten doch den Bus um 9.30 Uhr nehmen! Der braucht auch nur drei Stunden (also eine weniger als angekündigt – damit hätten wir die Verzögerung wieder raus). Ja, toll, dann eben mit dem späteren Bus. Wir vertrieben uns die Zeit mit Tee trinken und Karten spielen.

Unsere Gastgeberin in Sucre hatte uns schon gesagt, dass es zwei Busbahnhöfe in Potosí gibt und die Ankunft am neueren (außerhalb liegenden) Bahnhof wäre, der andere Bus dann vom zentrumsnahen alten Busterminal starten würde. Nach dreieinviertel(!) Stunden Fahrt hatten wir die Außenbezirke von Potosí erreicht. Bei einem Halt am Straßenrand kam plötzlich der Schaffner nach hinten und verkündete, dies sei der Halt, warum wir alle nicht aussteigen wollten?! Huch, da waren nicht nur wir beide verwirrt, nach Busbahnhof sah das nicht aus!
Und so standen wir plötzlich mit Sack und Pack mitten auf der Straße und versuchten, dem nächstbesten Taxifahrer die Sachlage zu erklären. Ging nicht. Also ließen wir uns zur zentralen Plaza chauffieren. Dort suchten wir uns eine kleine Info-Agentur, wo wir die großen Rucksäcke unterstellen und nach gut zwei Stunden wieder abholen konnten. Die Ortsbesichtigung verlief dann zügig. Die ehemals größte und reichste Stadt ganz Südamerikas, die durch den Silberbergbau und spätere Erzgewinnung reich geworden war, hat inzwischen eher den Charme des „Es wirkt, als wäre die Zeit stehen geblieben“. Wegen der Mittagsstunde konnten wir keine Kirche o.ä. von innen ansehen, aber die Straßen waren belebt und der Ort hat durchaus Flair.

Kaum waren wir dann am alten Busbahnhof angekommen, um unsere nächste Fahrt bis Uyuni anzutreten, ging das Fahrtzeiten-Spiel von neuem los: einen Bus um 16.30 Uhr gibt es gar nicht (jaja, auch den hatten wir natürlich reserviert). Den Unmut konnte man in unseren langen Gesichtern ablesen – was dazu führte, dass die gute Frau uns einen Bus gleich um 16.00 Uhr anbot!! Das führte zwar zu etwas Hektik, aber wir saßen schließlich im Bus und erreichten unser Ziel sogar etwas früher als erwartet.

Uyuni ist ein kleiner Ort am Rande der bolivianischen Salzwüste, der seine Existenz nur dem Abbau von wertvollen Bodenschätzen verdankt. Riesig breite Straßen, flache Gebäude und rundum Nix, viiiiel Nix und dahinter schon zu sehen: wieder Nix. In dieser wirklich eher trostlosen Umgebung verbrachten wir nur eine Nacht, um am nächsten Morgen von hier unsere dreitägige Tour durch die Salz-, Sand- und Steinwüsten zu starten, die uns letztlich bis nach Chile führen sollte.